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Big Five in Tansania: wo und wann du sie siehst

Daniel Pullem Von Daniel PullemAktualisiert am 1. November 20267 Minuten Lesezeit Bei Google bevorzugen

Löwe mit dunkler Mähne schreitet durch trockenes Gras

Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn: Alle Big Five leben in Tansania, die klassische Region dafür ist der Norden mit Serengeti, Ngorongoro-Krater und Tarangire. Im Krater lebt laut Schutzgebietsverwaltung ein Bestand von Nashörnern, und die Trockenzeit von Juni bis September ist die gute Zeit. Eine Garantie gibt es nicht.

Kurz gesagt

Die Big Five sind Löwe, Leopard, Elefant, Kaffernbüffel und Nashorn. Der Begriff stammt aus der Kolonialzeit: Trophäenjäger Ende des 19. Jahrhunderts meinten damit die 5 Tiere, die zu Fuß am gefährlichsten zu jagen waren. Heute dient er als Sammelbegriff für diese 5 Arten.

Alle 5 leben in Tansania, und die klassische Region dafür ist der Norden: Serengeti, Ngorongoro-Krater und Tarangire liegen auf einer gemeinsamen Route. Der Krater ist dabei der Schlüssel, denn dort lebt nach Angaben der Schutzgebietsverwaltung ein Nashornbestand, und das Spitzmaulnashorn ist die in der Wildtierzählung erfasste Art, für die die Berichte mit rund 300 Tieren den kleinsten Bestand nennen. Gut planen lässt sich in der Trockenzeit, die die tansanische Wetterbehörde landesweit mit Juni bis September angibt. Versprechen kann dir trotzdem niemand etwas: Die Tiere leben wild, und welche Art du an einem Tag siehst, entscheidet sich erst vor Ort.

Löwe und Leopard

Beim Löwen ist Tansania laut Berichten über die nationale Wildtierzählung 2024/25 die Spitze Afrikas: Rund 17.200 Löwen leben demnach im Land, je nach Bericht leicht abweichend, und das sei der höchste Wert eines Landes. Die Zählung wurde im Juni 2026 vorgestellt und hat erstmals alle ökologischen Systeme des Landes erfasst.

Für dich zählt die Verteilung. Den Schwerpunkt bildet die Nordzone mit Serengeti, Ngorongoro, Tarangire und Lake Manyara: Dort wurde laut Bericht mit gut 5.800 Tieren die größte Zahl der Löwen erfasst. In der Serengeti kommt eine Langzeitstudie des Wildtierforschungsinstituts TAWIRI dazu: Im Kerngebiet der Studie sind 205 individuell erkannte Löwen in 21 Rudeln dokumentiert. Löwen leben in Rudeln, also in Familiengruppen mit gemeinsamem Revier. Auf der Nordroute bewegst du dich damit in der Zone, in der die Zählung die größte Zahl an Löwen erfasst hat.

Ganz anders der Leopard. Für den Leoparden nennen die Berichte zur Zählung keine Zahl. Die Weltnaturschutzunion IUCN beschreibt ihn als schwer zu zählen, weil er heimlich lebt. Die IUCN stuft ihn als gefährdet ein (Vulnerable).

Nach Erfahrung des Teams von Wildfinder in Arusha siehst du Leoparden am zuverlässigsten in der Serengeti, besonders im Zentrum rund um Seronera, aber auch in allen anderen Teilen der Serengeti.

Elefant und Büffel

Elefant und Kaffernbüffel sind die Big Five, für die die Berichte die größten Bestände nennen. Laut Berichten über die nationale Wildtierzählung 2024/25 leben rund 66.700 Elefanten in Tansania, das ist Platz 3 in Afrika. Bei den Büffeln nennen dieselben Berichte über 320.000 Tiere; das sei der höchste Wert auf dem Kontinent.

Der Elefantenbestand hat einen tiefen Einbruch hinter sich: 2005 lag die Zahl noch bei über 134.000 Tieren. Die Berichte führen den Rückgang auf Wilderei in den frühen und mittleren 2000er-Jahren zurück, dazu auf zerschnittene Wanderkorridore und Konflikte zwischen Menschen und Tieren. Inzwischen ist die Elefantenwilderei um mehr als 90 Prozent gesunken. Auf der Roten Liste der IUCN steht der Savannenelefant laut der Bewertung von 2021 als stark gefährdet (Endangered), der Büffel laut der Bewertung von 2019 als potenziell gefährdet (Near Threatened).

Auch bei den Orten hast du die Wahl. Der Tarangire ist für seine Elefanten und großen Büffelherden bekannt, und im Ngorongoro-Krater und in der Serengeti zählen Elefanten und Büffel zu den typischen Tieren. Eine Befliegung der Landschaften Katavi-Rukwa und Ruaha-Rungwa im Jahr 2022 ergab rund 19.900 Elefanten und rund 56.200 Büffel. Die Elefanten gelten dort als stabil. Festlegen musst du dich also nicht: Elefanten und Büffel nennen die Parkseiten für den Norden wie für den Süden.

Bestände der Big Five als Balken: für Büffel und Elefant nennen die Berichte die größten, für das Spitzmaulnashorn den kleinsten erfassten Bestand.

Das Nashorn

Das Nashorn entscheidet, ob aus deiner Safari eine Big-Five-Safari wird. Das in Tansania heimische Spitzmaulnashorn stuft die IUCN auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht ein (Critically Endangered). Seit März 2025 leben im Ngorongoro-Schutzgebiet zusätzlich Breitmaulnashörner, die aus Südafrika umgesiedelt wurden. Der Bestand des Spitzmaulnashorns in Afrika brach laut IUCN von rund 37.800 Tieren im Jahr 1973 auf knapp 5.500 Ende 2017 ein. In Tansania leben laut Berichten über die nationale Wildtierzählung 2024/25 rund 300 Spitzmaulnashörner, und die Nashorn-Fachgruppe der IUCN verzeichnet für Tansania von 2018 bis 2021 keine erfassten Wilderei-Verluste bei Nashörnern. Für deine Safari heißt das: Beim Nashorn kommt es auf den Ort an, und die Quellen nennen dafür den Ngorongoro-Krater und die Serengeti.

Der Nashorn-Ort im Norden ist der Ngorongoro-Krater: Dort überlebte laut Frankfurt Zoological Society die größte Nashornpopulation im Norden Tansanias. Die Verwaltung des Schutzgebiets nannte 2018 mehr als 50 Nashörner. Der Bestand war 1977 auf nur noch 25 Tiere geschrumpft. Die Wiederansiedlung begann in den 1990er-Jahren, und die Tiere stehen größtenteils unter 24-Stunden-Beobachtung per Kamera. Das Team schätzt die Chance auf eine Nashorn-Sichtung bei einem Kraterbesuch auf rund 90 Prozent, meist aber nur aus der Ferne. Nahe Sichtungen sind seit der Umsiedlung der Breitmaulnashörner häufiger als früher, aber weiter seltener als Sichtungen aus der Ferne. Eine Garantie gibt es nicht.

Die Serengeti ist laut der Nationalparkverwaltung TANAPA eines der letzten Refugien des Spitzmaulnashorns, so steht es in der Parkbroschüre. Für die Moru Kopjes führt die Tarifliste der Broschüre ein „Special Rhino Viewing“ als eigenen Posten mit 100 US-Dollar je Ausflug (Tarifstand undatiert). In der Serengeti werden Nashörner nach Erfahrung des Teams nur alle paar Jahre gesichtet.

Welcher Park für alle fünf

Big Five je Park: beim Nashorn kommt es auf den Ort an, die klassische Nordroute deckt alle 5 Arten ab.

Alle 5 Arten in einem einzigen Park: Die Nationalparkverwaltung TANAPA führt „The Big Five“ ausdrücklich als Attraktion der Serengeti. Die Parkseite nennt dort Löwen, Elefanten, Büffel und Leoparden; die Leoparden halten sich gern entlang der Flüsse und an Felsformationen auf. Nach Erfahrung des Teams sind Nashorn-Sichtungen in der Serengeti äußerst selten, sie kommen nur alle paar Jahre vor. Die Serengeti ist mit rund 15.000 Quadratkilometern ein einziger großer Park; Nord, Zentral, Süd und West sind Regionen darin, keine eigenen Parks.

Der Ngorongoro-Krater liefert genau das Stück, das in der Serengeti unsicher bleibt: das Nashorn. Löwen, Elefanten, Büffel und Nashörner zählen dort zu den typischen Tieren. Leoparden sieht das Team auch im Krater beziehungsweise im Ngorongoro-Hochland.

Der Tarangire-Nationalpark liegt rund 2,5 Stunden von Arusha entfernt. Er ist für seine Elefanten bekannt, große Büffelherden prägen die Savanne, Löwen halten sich in Flussnähe auf, und Leoparden ruhen auf Akazien oder in Baobab-Bäumen. Elefant, Büffel, Löwe und Leopard stehen hier also auf der Liste; das Nashorn suchst du im Krater. Auf einer Tagessafari holt dich ein privater Guide am Morgen an deinem Hotel, am Flughafen oder an einem anderen Ort ab, und am Nachmittag bist du zurück in Arusha.

Die Süd-Parks sind ein eigener Fall. Ruaha und Nyerere erreichst du meist per Flug ab Dar es Salaam. Beide führen Elefanten, Büffel, Löwen und Leoparden. Ein Nashorn führt keine der beiden Parkseiten auf. Beim Löwen ist der Süden stark: Nach Einschätzung einer Forscherin der Universität Oxford beherbergte die Ruaha-Landschaft 2015 mehr als 10 Prozent der Löwen weltweit.

Für deine Route heißt das: Die klassische Nordroute aus Tarangire, Serengeti und Ngorongoro-Krater deckt alle 5 Arten ab, der Süden ist stark bei Löwe, Elefant und Büffel; für das Nashorn nennen die Quellen nur Orte im Norden. Das Team berichtet, dass Löwen, Elefanten und Büffel bei Fahrten in den Ngorongoro-Krater und in die Serengeti praktisch immer dabei sind und dass auf Safaris von 7 bis 10 Tagen durch die Parks im Norden rund 90 Prozent der Gäste alle Big Five sehen, oft auch schon bei 3 bis 5 Tagen, wenn die passenden Parks dabei sind. Auf einer privaten Safari in Tansania bist du mit eigenem Wagen und eigenem Guide unterwegs, ohne fremde Mitreisende. Du entscheidest, ob du früh startest oder an einer Stelle länger bleibst; die Regeln der Parks gelten dabei immer.

Die beste Zeit

Die tansanische Wetterbehörde TMA gibt die Trockenzeit landesweit mit Juni bis September an. Für den Norden unterscheidet sie 2 Regenzeiten: Masika von März bis Mai und Vuli von Oktober bis Dezember. Januar und Februar seien relativ trocken.

Daraus folgt für die Big Five: Juni bis September ist die Zeit, auf die du planst. Der Oktober ist laut Team eine Übergangszeit und kann noch trocken sein; gegen Ende beginnt die kleine Regenzeit Vuli. Januar und Februar sind laut Wetterbehörde relativ trocken und damit ein zweites vergleichsweise trockenes Fenster im Jahr. Regen fällt laut Wetterbehörde im Norden von März bis Mai und von Oktober bis Dezember.

Mehr zu Monaten, Parks und Übergängen steht im Beitrag zur besten Reisezeit für Tansania. Wer das Nashorn unbedingt sehen will, plant den Ngorongoro-Krater fest ein und rechnet auch dort mit wilden Tieren, nicht mit einem Termin.

Häufige Fragen zu den Big Five in Tansania

Wo sieht man die Big Five in Tansania?

Am ehesten auf der Nordroute mit Serengeti, Ngorongoro-Krater und Tarangire-Nationalpark. Löwen, Elefanten und Büffel sind dort weit verbreitet, Leoparden halten sich in der Serengeti gern an Flüssen und Felsen auf, und Nashörner vor allem im Ngorongoro-Krater.

Kann man im Ngorongoro-Krater Nashörner sehen?

Ja. Das Team von Wildfinder in Arusha schätzt die Chance auf eine Nashorn-Sichtung bei einem Kraterbesuch aus Erfahrung auf rund 90 Prozent, meist aber nur aus der Ferne. Die Verwaltung des Schutzgebiets nannte 2018 mehr als 50 Nashörner, und die Tiere stehen größtenteils unter Beobachtung. Eine Garantie für eine Sichtung gibt es trotzdem nicht.

Wann ist die beste Zeit, um die Big Five zu sehen?

In der Trockenzeit von Juni bis September, die die tansanische Wetterbehörde landesweit angibt. Auch Januar und Februar sind laut Wetterbehörde relativ trocken.

Welches der Big Five sieht man am seltensten?

Unter den in der Wildtierzählung erfassten Arten ist es das Spitzmaulnashorn, soweit sich das aus den Beständen folgern lässt: Laut Berichten über die Wildtierzählung 2024/25 leben rund 300 in Tansania. Für den Leoparden nennen die Berichte keine Zahl; die IUCN beschreibt ihn als schwer zu zählen, weil er heimlich lebt.

Gibt es in der Serengeti Nashörner?

In der Serengeti gibt es Nashörner, nach Erfahrung des Teams von Wildfinder in Arusha werden sie aber äußerst selten und nur alle paar Jahre gesichtet. Die Parkverwaltung TANAPA nennt die Serengeti eines der letzten Refugien des Spitzmaulnashorns und bietet an den Moru Kopjes ein „Special Rhino Viewing“ an, laut Broschüre für 100 US-Dollar pro Ausflug (Tarifstand nicht datiert).

Weiterlesen im Blog

3 Beiträge schließen an: die Great Migration in der Serengeti, die beste Reisezeit für Tansania und die Kosten einer Safari.

Lokal in Tansania, zertifizierte Guides, faire Preise

  • Antwort in 24 StundenDas Team antwortet auf jede Anfrage innerhalb von 24 Stunden.
  • Direkt­veran­stalter vor OrtDas deutsch-tansanische Team sitzt in Usa River bei Arusha.
  • Zertifizierte GuidesEinige haben 10 bis 20 Jahre Erfahrung, jüngere schult das Team selbst mit Francis.
  • Faire, klare PreiseDu buchst ohne Zwischenhändler direkt beim Veranstalter.
  • TALA 033221Reiseveranstalter-Lizenz (TALA), Ministry of Natural Resources and Tourism
  • TATOTanzania Association of Tour Operators
  • Kiliman­dscharoKINAPA-Lizenz, Wildfinder Mountain Climbers
  • Tripadvisor5,0 bei 46 Bewertungen

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Mit jeder Reise unterstützt Wildfinder Safaris beide Projekte in der Region.

Nashorn steht frontal im hohen Gras vor einem steilen bewachsenen Hang unter tiefen Wolken

Menschen · Mount Meru

Nkoaranga Waisenhaus

Das Waisenhaus Nkoaranga am Fuß des Mount Meru besteht seit 1997; rund 30 Kinder bis drei Jahre leben dort mit 12 Betreuerinnen. Statt eines festen Betrags kauft Wildfinder Safaris regelmäßig für das Waisenhaus ein: Lebensmittel, Drogerieartikel und Ähnliches.

Mehr zum Nkoaranga Waisenhaus

Tiere · Mkomazi

WildlifeNOW

WildlifeNOW ist ein Programm des Kora Project am Mkomazi-Nationalpark: Es schützt Spitzmaulnashörner und Afrikanische Wildhunde, erhält die Bestände durch Zucht und bewahrt das Ökosystem. Hinzu kommt Aufklärung in den Gemeinden der Region; Wildfinder Safaris unterstützt das Programm.

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