Wo steht die Great Migration in welchem Monat?

Die Great Migration folgt keinem Kalender, sondern dem Regen: Fest steht nur die Kalbung von Januar bis März im Ndutu-Gebiet im Süden; im Norden am Mara-Fluss stehen die Herden meist von Juli bis Oktober. Dieser Artikel zeigt, wo die Herden wann stehen und warum selbst die Mara-Querungen nicht garantiert sind.
Was die Great Migration ist
Die Great Migration (Große Tierwanderung) ist die jährliche Wanderung der Gnus, Zebras und Gazellen durch das Serengeti-Ökosystem in Ostafrika. Sie verläuft grenzüberschreitend. In Tansania gehören die Serengeti, die Ngorongoro Conservation Area, Maswa, Grumeti-Ikorongo und Loliondo dazu, in Kenia die Masai Mara. Der Rundweg umfasst rund 800 km, einzelne Tiere legen im Lauf eines Jahres bis zu rund 2.500 km zurück.
Treiber der Wanderung ist frisches, nährstoffreiches Gras nach Regen. Die Regenzeit im Serengeti-Ökosystem dauert von November bis Mai, mit der Spitze von März bis Mai. Die Trockenzeit läuft von Juni bis Oktober. Wo es geregnet hat, wächst Futter, und dorthin ziehen die Herden. Die Migration folgt damit keinem Kalender, sondern dem Wetter.
Wie viele Tiere wandern
Wie viele Gnus unterwegs sind, ist zum Stand Oktober 2026 offen. Die tansanische Wildtierforschungsbehörde TAWIRI hat vom 28. bis 31. März 2023 die 25. Luftzählung im Serengeti-Ökosystem durchgeführt. Ergebnis laut TAWIRI-Bericht: rund 1.366.109 migrierende Gnus, mit einem Standardfehler (statistischer Unsicherheit) von ± 231.741. Die Zählungen laufen im Zyklus von 2 bis 3 Jahren.
Eine 2025 veröffentlichte Satellitenstudie (Duporge et al.) wertet Bilder mit Künstlicher Intelligenz aus und kommt für 2022/2023 auf rund 500.000 bis 600.000 Gnus. Warum Luftzählung und Satellitenzählung so weit auseinanderliegen, ist wissenschaftlich noch nicht aufgelöst.
Begleitet werden die Gnus von rund 200.000 bis 250.000 Zebras, je nach Erhebung. Dazu kommen rund 400.000 Gazellen, die 2023 nicht eigens gezählt wurden.
Zur Einordnung: 1955 lag der Gnu-Bestand bei rund 190.000 Tieren. Nach der Rinderpest-Impfung des Viehs ab 1958 stieg er an und liegt seit Mitte der 1970er Jahre über einer Million. Für die Entwicklung des Bestands ist die Prädation, also die Bejagung durch Raubtiere, nach TAWIRI-Bewertung nachrangig. Entscheidender sind Regen und Futter, Landnutzungswandel und Wilderei.
Der Jahreslauf der Herden
| Zeitraum | Wo die Herden meist stehen | Was du siehst |
|---|---|---|
Ndutu-Gebiet im Süden der Serengeti, frisches Gras nach dem Regen | ||
Übergangsphase: Die Herden lösen sich aus dem Süden und verteilen sich | ||
Zug Richtung Norden über den Westkorridor und die zentrale Serengeti, je nach Regen | ||
Norden der Serengeti, Region am Mara-Fluss | ||
Rückzug nach Süden mit den ersten Regenfällen |
Die Kalbung findet von Januar bis März im Ndutu-Gebiet im Süden statt. Die Nationalparkbehörde TANAPA nennt die Trockenzeit von Juni bis Oktober als beste Reisezeit für die Wanderung, ohne die Monate einer Region zuzuordnen; im Norden am Mara-Fluss stehen die Herden meist von Juli bis Oktober. Für den Westkorridor am Grumeti-Fluss und die Zentral-Serengeti gibt es keine festen Monate. Dort bewegen sich die Herden zwischen den Polen, wann genau, hängt vom Regen des jeweiligen Jahres ab. Mit Schwerpunkt Western Corridor fährt die Reise 11 Tage Great Migration Serengeti West dorthin, wo die Herden gerade stehen.
Zeitpunkt und Ort der Bewegungen schwanken von Jahr zu Jahr, je nach Regen, Dürre und menschlichem Einfluss. Die Tabelle zeigt also den typischen Verlauf, nicht einen Fahrplan.
Die Kalbungszeit im Süden
Nach Erfahrung des Teams von Wildfinder in Arusha läuft die Kalbungssaison von Januar bis März, die ersten Herden treffen schon im Dezember ein. In einem Fenster von rund 3 Wochen kommen fast 500.000 Kälber zur Welt. Schauplatz ist das Ndutu-Gebiet im Süden der Serengeti, wo das Gras nach dem Regen besonders nährstoffreich ist; es liegt in der angrenzenden Ngorongoro Conservation Area, die zum Serengeti-Ökosystem gehört.
Die gebündelte Geburt ist eine Überlebensstrategie. Löwen und Hyänen sind die wichtigsten Prädatoren (Fressfeinde) der Gnus. Weil fast alle Kälber gleichzeitig auf die Welt kommen, können die Raubtiere nur einen Bruchteil erbeuten. Die Erfolgsrate einzelner Angriffe sinkt.
Für deine Reise heißt das: Von Januar bis März stehen die Herden dicht im Ndutu-Gebiet im Süden, und Raubtiere sind entsprechend aktiv. Die ersten Herden kommen schon im Dezember an, die beste Reisezeit für Ndutu ist Dezember bis März. Wer neugeborene Gnus sehen will, findet von Januar bis März die besten Chancen des Jahres. Die Reise 11 Tage Great Migration Serengeti Süd verbindet Tarangire und den Ngorongoro-Krater mit Tagen zwischen Ndutu und der südlichen Serengeti zur Kalbungszeit.
Die Flussquerungen am Mara
In der Trockenzeit erreichen die Herden den Norden der Serengeti. Dort liegt der Mara-Fluss, die bekannteste Barriere der Wanderung. An den Querungen warten Krokodile.
Wie gefährlich der Fluss ist, zeigen Langzeitdaten des Mara Project: Zwischen 2001 und 2015 kam es in mindestens 13 von 15 Jahren zu Massenertrinken, im Schnitt rund 6.250 tote Gnus pro Jahr. Die Kadaver sind zugleich Teil des Ökosystems, denn sie speisen Nährstoffe in den Flusskreislauf ein.
Für deine Planung noch wichtiger: Immer weniger Gnus queren den Fluss überhaupt. GPS-Daten von 1999 bis 2023 zeigen, dass früher praktisch alle besenderten (mit GPS-Sendern markierten) Gnus den Mara-Fluss querten. In jüngeren Jahren waren es teils unter 50 %, 2021 nur 17 % (5 von 28 Tieren). Das Serengeti Biodiversity Program nennt als mögliche Ursachen trockene Bedingungen im Mara-Dreieck und in Lamai sowie gestiegenen Tourismusdruck. Zwischen 1999 und 2019 mieden die Gnus zudem zunehmend Gebiete mit viel touristischer Infrastruktur, darunter Seronera, Kogatende, Lamai und die Masai Mara, und verbrachten mehr Zeit in Grumeti, Ikorongo und den südlichen Ebenen. Diese Verschiebung ist laufende Forschung, keine gesicherte neue Regel.
Eine Querung ist also auch in der Trockenzeit kein versprochenes Ereignis. Du kannst die Wahrscheinlichkeit mit dem richtigen Zeitfenster und der richtigen Region erhöhen, eine Garantie gibt es nicht. Am Mara-Fluss im Norden ist die Reise 11 Tage Great Migration Serengeti Nord unterwegs, deren Route nach dem Stand der Herden geplant wird und nicht nach dem Kalender.
Was das für deine Reiseplanung heißt
Plane nach dem Pol, den du sehen willst, nicht nach einem festen Kalender.
Kalbung sehen
- Reisezeit: Dezember bis März, Kalbung von Januar bis März
- Region: Ndutu-Gebiet im Süden der Serengeti
- Du siehst große Herden, neugeborene Kälber und aktive Raubtiere
Flussquerungen sehen
- Reisezeit: Trockenzeit, Juli bis Oktober
- Region: Norden der Serengeti am Mara-Fluss
- Querungen brauchen Geduld und sind nicht garantiert
Alles rund um Wetter, Regenzeiten und die Frage, welcher Monat zu deiner Reise passt, behandelt der Artikel zur besten Reisezeit für Tansania.
Auf einer Privatsafari mit Wildfinder Safaris fährst du im eigenen Wagen mit eigenem Guide aus dem Team in Arusha, auf deiner eigenen Route. Dauer und Parks legt das Team nach deiner Anfrage fest, passend zu dem Teil der Wanderung, den du sehen willst.
Häufige Fragen zur Great Migration
Wann ist die beste Zeit, um die Great Migration zu sehen?
Das hängt davon ab, was du sehen willst: die Kalbung von Januar bis März im Ndutu-Gebiet im Süden, wo die ersten Herden schon im Dezember eintreffen, oder die Flussquerungen im Norden meist von Juli bis Oktober. Einen festen Kalender gibt es nicht, die Wanderung folgt dem Regen.
Wie viele Gnus wandern in der Serengeti?
Das ist zum Stand Oktober 2026 umstritten. Die TAWIRI-Luftzählung 2023 kommt auf rund 1.366.109 migrierende Gnus, eine KI-gestützte Satellitenstudie aus dem Jahr 2025 auf rund 500.000 bis 600.000. Dazu wandern rund 200.000 bis 250.000 Zebras und rund 400.000 Gazellen.
Wann ist die Kalbungszeit der Gnus?
Nach Erfahrung des Teams von Wildfinder in Arusha kalben die Gnus von Januar bis März im Ndutu-Gebiet im Süden der Serengeti. In einem Fenster von rund 3 Wochen kommen fast 500.000 Kälber zur Welt, im Süden der Serengeti.
Sind die Flussquerungen am Mara garantiert?
Nein. Zeitpunkt und Ort schwanken von Jahr zu Jahr, und langfristig queren immer weniger Gnus den Fluss: 2021 waren es nur 17 % der besenderten Tiere. Auch in der Trockenzeit brauchst du Geduld.
Ziehen die Gnus bei der Wanderung bis nach Kenia?
Ja. Die Migration verläuft grenzüberschreitend zwischen dem Serengeti-Ökosystem in Tansania und der Masai Mara in Kenia. Eine belastbare Zahl, wie viele Tiere jedes Jahr die Grenze queren, gibt es nicht.
- TAWIRI: Aerial Point Survey of Wildebeest in the Greater Serengeti Ecosystem, Wet Season 2023
- Serengeti Biodiversity Program: Annual Report 2023–2024 (TAWIRI, TANAPA, Frankfurt Zoological Society)
- TANAPA: Serengeti National Park
- WWF Tanzania und TAWIRI: Serengeti-Mara Wildebeest Migration at a Crossroads (Konferenzbeitrag, Dezember 2025)
- Journal of Animal Ecology: Mduma, Sinclair, Hilborn (1999), Food regulates the Serengeti wildebeest
- Yale Mara Project: Wildebeest Mass Drownings (Subalusky et al. 2017, PNAS)
- Africa Geographic: Wildebeest migration woes, AI counts indicate low numbers (Duporge et al. 2025)





