Impfungen für Tansania: Pflicht, Empfehlung und Malaria

Für die Direkteinreise nach Tansania aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist keine Impfung Pflicht. Empfohlen sind vollständige Standardimpfungen und Hepatitis A, und für Tansania gilt nach Einstufung der Behörden ein hohes Malariarisiko, auch in den Nationalparks und auf Sansibar. Dieser Artikel erklärt, was gilt und warum die reisemedizinische Beratung entscheidet.
Kurz gesagt
Für die Einreise nach Tansania ist keine Impfung vorgeschrieben, wenn du direkt aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz anreist. Einen Gelbfieber-Nachweis verlangt Tansania nur, wenn du aus einem Land mit Gelbfieber-Risiko einreist oder auf dem Weg mehr als 12 Stunden Transit in einem solchen Land hattest.
Empfohlen sind vollständige Standardimpfungen und die Impfung gegen Hepatitis A. Je nach Reise kommen weitere Impfungen infrage. Das wichtigste Gesundheitsthema ist aber Malaria: Laut der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reise- und Globalgesundheit (DTG) gilt in Tansania ein hohes Malariarisiko, auch in den Nationalparks und auf Sansibar.
Dieser Beitrag fasst die Angaben der DTG, des Auswärtigen Amts, der WHO und der CDC zusammen. Er ersetzt keine reisemedizinische Beratung: Welche Impfungen und welche Malariavorsorge für dich passen, entscheidest du dort, zum Beispiel beim Hausarzt, am Tropeninstitut oder bei einem Reisemediziner. Stand: Oktober 2026.
Gelbfieber: wann der Nachweis Pflicht ist
Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Tansania verlangt den Impfnachweis in zwei Fällen:
- Du reist aus einem Land ein, das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Gelbfieber-Risikoland einstuft.
- Du warst auf dem Weg nach Tansania mehr als 12 Stunden im Transit in einem solchen Land.
Die 12-Stunden-Schwelle ist eine Festlegung speziell für Tansania, keine allgemeine internationale Regel. Andere Länder setzen andere Schwellen. Maßgeblich ist die Länderliste der WHO, die jährlich aktualisiert wird. Prüfe vor der Abreise, ob ein Land auf deiner Flugroute darauf steht, das gilt besonders bei Zwischenstopps in Afrika.
Die Nachweispflicht gilt ab dem vollendeten 1. Lebensjahr. Der Impfstoff selbst ist erst ab 9 Monaten zugelassen. Bei Säuglingen zwischen 6 und 9 Monaten liegt eine relative Kontraindikation vor, unter 6 Monaten eine absolute.
Der Nachweis gilt lebenslang. Seit der WHO-Resolution WHA67.13, in Kraft seit dem 11. Juli 2016, läuft er nicht mehr ab, auch rückwirkend für alle, die vor 2016 geimpft wurden. Seit August 2022 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) zusätzlich eine einmalige Auffrischung bei erneuter Exposition. An der lebenslangen Gültigkeit deines bestehenden Nachweises für die Einreise ändert das nichts.
Empfohlene Impfungen
Die DTG gibt Empfehlungen, welche Impfungen für Tansania sinnvoll sind. Verbindlich ist nur die individuelle Beratung: Gesundheitszustand, Route, Reisedauer und Vorerkrankungen spielen eine Rolle.
Für fast alle
- Standardimpfungen nach Impfkalender vervollständigen: Masern, Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung).
- Hepatitis A: wird für praktisch alle Gäste nach Tansania empfohlen. Die Leberentzündung überträgt sich über verunreinigte Nahrung und Wasser.
Je nach Reise
- Hepatitis B: bei Aufenthalten über 4 Wochen, auch über mehrere Reisen kumuliert, oder bei Expositionsrisiko.
- Typhus: bei einfachen Hygienebedingungen und Rucksackreisen, nicht pauschal bei einer Safari mit festen Unterkünften.
- Tollwut: bei Risiko durch Tierkontakt, bei Langzeitaufenthalten oder bei Kontakt mit Höhlen und Fledermäusen; bei Kindern wird großzügiger empfohlen.
- Meningokokken ACWY: bei Langzeitaufenthalt oder engem Kontakt zur Bevölkerung. Tansania liegt im Meningitisgürtel, eine Einreisepflicht besteht nicht.
- Polio-Auffrischung: bei Aufenthalten über 4 Wochen, geimpft 4 Wochen bis 12 Monate vor der Ausreise.
Nicht empfohlen ist die Choleraimpfung für Touristen. Das Risiko auf einer normalen Reise ist sehr gering. Die Impfung ist nur für Einsätze in Ausbruchsgebieten vorgesehen, etwa für medizinisches Personal oder Katastrophenhilfe.
Welche Punkte aus der rechten Spalte auf dich zutreffen, klärst du in der reisemedizinischen Beratung. Eine Safari mit festen Unterkünften hat ein anderes Profil als eine lange individuelle Rundreise.
Malaria: Risiko und Schutz
Malaria wird durch den Stich infizierter Mücken übertragen und ist in Tansania das wichtigste Gesundheitsthema. Laut Auswärtigem Amt besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko im gesamten Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern, einschließlich der Nationalparks, von Dar es Salaam und der Inseln Sansibar, Pemba und Mafia; die Inseln haben keine eigene, mildere Kategorie. Die CDC nennt als Übertragungsgebiet alle Gebiete unterhalb von 1.800 m. Für die Besteigung des Kilimandscharo spielt die Höhe deshalb eine Rolle, du klärst sie in der reisemedizinischen Beratung. Behörden wie die DTG und das Auswärtige Amt veröffentlichen die aktuelle Einstufung, maßgeblich ist die reisemedizinische Beratung.
Für ein durchgehendes Hochrisikogebiet ist die Standardempfehlung der DTG eine Chemoprophylaxe, also die vorbeugende Einnahme eines Malariamittels während der Reise. Welches Mittel infrage kommt, hängt von deiner Gesundheit und deiner Reise ab und gehört in die reisemedizinische Beratung. Eine Stand-by-Therapie, also das Mitführen eines Medikaments nur für den Notfall, ist für Tansania nach der Leitlinie nicht vorgesehen. Diese Variante ist für Gebiete mit mittlerem Risiko gedacht, in denen eine Malariadiagnostik mindestens 48 Stunden entfernt ist.
Zweiter Pfeiler ist der Mückenschutz, den die DTG so empfiehlt:
- Lange, locker geschnittene und imprägnierte Kleidung. Was du einpacken solltest, steht in der Packliste für Tansania.
- Repellentien, also mückenabweisende Mittel, auf unbedeckter Haut. Als Goldstandard gilt der Wirkstoff DEET mit 30 bis 50 Prozent, eine Alternative ist Icaridin ab 20 Prozent, altersabhängig auch für Kinder.
- Klimatisierte oder mückensichere Räume und mit Permethrin imprägnierte Moskitonetze.
- Schutz auch am Tag: Die Malaria-Mücken können tagaktiv sein, und Repellentien schützen zusätzlich vor Dengue und Chikungunya.
Zeitplan: wann du zur Beratung gehst
DTG und STIKO empfehlen, das Impfprogramm möglichst 2 Wochen vor der Abreise abzuschließen. Der Impfschutz tritt meist erst 10 bis 14 Tage nach der Impfung ein. Vereinbare den Termin deshalb frühzeitig, sobald deine Reise feststeht.
Zur Beratung gehören dein Impfbuch, deine geplante Route und die Reisedauer. Das Visum für Tansania und die übrigen Einreiseformalitäten klärst du parallel dazu.
Aktuelle Gesundheitslage
Drei Meldungen der letzten Zeit gehören eingeordnet. In der Region Kagera im Nordwesten Tansanias wurde am 20. Januar 2025 ein Ausbruch des Marburgvirus erklärt, mit insgesamt 10 Fällen, davon 2 bestätigt und 8 wahrscheinlich. Alle 10 Fälle verliefen tödlich. Das Gesundheitsministerium der Vereinigten Republik Tansania erklärte den Ausbruch am 13. März 2025 offiziell für beendet. Ein neuer Marburg-Ausbruch ist für 2026 nicht gemeldet.
Für Mpox, früher Affenpocken, besteht für Tansania keine Reiseimpfempfehlung. Das Auswärtige Amt stuft das Risiko für Gäste als niedrig ein.
Seit Mai 2026 breitet sich ein Ebola-Ausbruch durch das Bundibugyo-Virus in der Demokratischen Republik Kongo aus, auch Uganda meldete Fälle; die WHO erklärte ihn am 17. Mai 2026 zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite, und Kenia bestätigte am 6. Oktober 2026 einen eingeschleppten Fall. Nach dem Auswärtigen Amt (Stand 23. Oktober 2026) gibt es bislang keine bestätigten Fälle in Tansania; für Reisende ist keine Impfung vorgesehen, und gegen das Bundibugyo-Virus gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff. An allen Einreisestellen finden für alle Reisenden Gesundheitskontrollen mit Messung der Körpertemperatur statt, und seit dem 17. Oktober 2026 verlangt das tansanische Gesundheitsministerium von allen Reisenden, vor der Abreise oder bei der Ankunft ein Online-Gesundheitsformular auszufüllen. Die Einzelheiten zum Formular stehen im Beitrag zum Visum für Tansania. Den tagesaktuellen Stand nennen die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Unabhängig von Impfungen gilt seit dem 1. Oktober 2026 eine verpflichtende Einreiseversicherung für das tansanische Festland, für Sansibar bereits seit Oktober 2024. Das ist eine Versicherungsauflage, keine Gesundheitsvorschrift. Details stehen im Beitrag zur Pflichtversicherung für Tansania und Sansibar.
Regeln und Lage können sich ändern. Den tagesaktuellen Stand findest du in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts. Bei Fragen zum Ablauf deiner Reise ist das Team in Arusha während der Safari erreichbar; alles Medizinische bleibt Sache der reisemedizinischen Beratung.
Häufige Fragen zu Impfungen und Malaria in Tansania
Brauche ich für Tansania eine Gelbfieberimpfung?
Nein, nicht bei Direkteinreise aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Der Nachweis ist nur Pflicht, wenn du aus einem Gelbfieber-Risikoland der WHO einreist oder dort mehr als 12 Stunden im Transit warst.
Wie lange ist die Gelbfieberimpfung gültig?
Lebenslang. Seit der WHO-Resolution vom 11. Juli 2016 gilt der Nachweis unbegrenzt, auch rückwirkend für alle, die vor 2016 geimpft wurden.
Welche Impfungen werden für Tansania empfohlen?
Empfohlen sind vollständige Standardimpfungen und Hepatitis A für praktisch alle Gäste. Je nach Reise kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken oder eine Polio-Auffrischung infrage; die Entscheidung trifft die reisemedizinische Beratung.
Gibt es auf Sansibar Malaria?
Ja. Sansibar zählt ebenso wie Pemba und Mafia zur Hochrisikozone, eine eigene mildere Kategorie gibt es nicht. DTG und Auswärtiges Amt stufen das Malariarisiko für Tansania einschließlich der Nationalparks als hoch ein.
Wann sollte ich mich vor der Tansania-Reise impfen lassen?
Das Impfprogramm sollte möglichst 2 Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein, weil der Schutz meist erst nach 10 bis 14 Tagen eintritt. Vereinbare den Termin bei Hausarzt, Tropeninstitut oder Reisemediziner frühzeitig.
Ist Tansania wegen Marburg, Mpox oder Ebola ein Risiko?
Der Marburg-Ausbruch von 2025 in der Region Kagera wurde am 13. März 2025 vom tansanischen Gesundheitsministerium für beendet erklärt. Für Mpox besteht keine Reiseimpfempfehlung; das Auswärtige Amt stuft das Mpox-Risiko für Gäste als niedrig ein. Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, von dem auch Uganda betroffen war, betrifft Tansania nach dem Auswärtigen Amt (Stand 23. Oktober 2026) bislang nicht: Es gibt keine bestätigten Fälle in Tansania und für Reisende keine Impfung.
- Auswärtiges Amt: Tansania: Reise- und Sicherheitshinweise
- WHO: Länder mit Gelbfieber-Risiko und Nachweispflicht (PDF)
- DTG/StAR: Reiseimpfungen: Hinweise und Empfehlungen (2026), DOI 10.1055/a-2777-0949
- DTG/StAR: Empfehlungen zur Malariaprävention für Reisende (2026), DOI 10.1055/a-2834-9295
- WHO: Disease Outbreak News zum Marburgvirus in Tansania
- CDC: Marburg-Ausbruch in Tansania 2025
- Auswärtiges Amt: Mpox: Reise und Gesundheit
- CDC: Tansania einschließlich Sansibar, Impfungen und Malaria
- TravelHealthPro: Tansania, Impfungen und Malaria
- WHO: Disease Outbreak News zu Ebola durch das Bundibugyo-Virus in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda (2026)
- Tansanisches Gesundheitsministerium: Travel Advisory No. 18 zur Gefahr eines Ebola-Ausbruchs, 17. Oktober 2026 (PDF)





