Wie sicher ist eine Reise nach Tansania?

Für Tansania gilt eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts: für die Grenzregion zu Mosambik sowie für die Inseln und die Küstenregion südlich von Kisiju. Die Safari-Gebiete im Norden und Sansibar sind nicht erfasst. Was die Behörden zu Kriminalität, Verkehr und Naturgefahren sagen und worauf du achten solltest, steht hier.
Kurz gesagt
Für Tansania gilt laut Auswärtigem Amt eine Teilreisewarnung: Von nicht notwendigen Reisen in den südlichen Teil der Region Mtwara an der Grenze zu Mosambik sowie auf die Inseln und in die Küstenregion südlich von Kisiju wird abgeraten. Die klassischen Safari-Gebiete im Norden und Sansibar sind von dieser Warnung nicht erfasst, auf Sansibar ist die politische Lage laut Auswärtigem Amt derzeit stabil. Gleichzeitig weist das Auswärtige Amt auf eine relativ hohe Kriminalität und eine nach den Wahlen vom Oktober 2025 weiter angespannte Lage hin. Stand: Oktober 2026. Lies vor der Abreise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise.
Was das Auswärtige Amt sagt
Eine Teilreisewarnung bedeutet: Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen in klar umrissene Gebiete ab, nicht vom ganzen Land. Konkret betrifft die Warnung den südlichen Teil der Region Mtwara an der Grenze zur mosambikanischen Provinz Cabo Delgado sowie die Inseln und die Küstenregion südlich von Kisiju. In der Grenzregion zu Cabo Delgado besteht laut Auswärtigem Amt weiterhin die Gefahr terroristischer Angriffe, die Lage dort bleibt volatil.
Nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Oktober 2025 kam es laut Auswärtigem Amt in mehreren Landesteilen zu teils gewaltsamen Protesten mit zahlreichen Toten. Das Internet war über mehrere Tage vollständig abgeschaltet, Bargeld, Treibstoff und Lebensmittel waren zeitweise knapp, der Flugverkehr war erheblich beeinträchtigt. Seitdem hat sich die Lage laut Auswärtigem Amt stabilisiert, bleibt aber angespannt. Erneute Proteste, kurzfristige Ausgangssperren, Abschaltungen von Internet und Mobilfunk sowie Einschränkungen im Fähr- und Flugverkehr, auch nach Sansibar, können nicht ausgeschlossen werden. Rund um politische Ereignisse kann es zu Demonstrationen kommen. Meide Menschenmengen und folge den Ansagen der Behörden vor Ort.
Ein allgemeines Terrorismusrisiko besteht laut Auswärtigem Amt in allen Regionen des Landes, auch in Daressalam. Mögliche Ziele sind Sehenswürdigkeiten, Regierungsgebäude, Botschaften, Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Stätten und größere Menschenansammlungen. Details stehen in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts.
Die Nachbarbehörden bewerten die Lage ähnlich. Das österreichische BMEIA stuft die Grenze zu Mosambik (Regionen Ruvuma und Mtwara, bis etwa 20 Kilometer vor der Grenze) als „Hohes Sicherheitsrisiko“ ein, Stufe 3 von 4, den Rest des Landes als „Sicherheitsrisiko“, Stufe 2 von 4 (Länderinformation des BMEIA). Die Schweiz hatte nach den Unruhen zunächst von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen abgeraten und diese Einstufung am 12. November 2025 wieder entschärft, mahnt aber weiter zur Vorsicht wegen möglicher neuer Demonstrationen und Straßenblockaden.
Kriminalität in Städten und am Strand
Die Kriminalität ist laut Auswärtigem Amt im gesamten Land relativ hoch und weiter angestiegen. Neben Taschendiebstahl häufen sich Überfälle und sogenanntes „Express-Kidnapping“: Täter sprechen Ausländer als angeblich hilfsbereite Passanten oder Taxifahrer an, rauben sie aus oder zwingen sie, Bargeld abzuheben.
Besonders betroffen sind laut Auswärtigem Amt die Touristenhochburgen Arusha, Sansibar, Daressalam und Morogoro. Bevorzugte Tatorte sind Bahnhöfe, Fähranlegestellen und Busstationen, zunehmend auch Wohngebiete wie Oyster Bay und Masaki in Daressalam.
In der Stadt
- Trage Wertsachen nicht offen und halte Taschen fest: Taschen und Rucksäcke werden Fußgängern laut Auswärtigem Amt zunehmend von Motorrädern oder Autos aus entrissen.
- Im Auto Fenster geschlossen und Türen verriegelt halten, weil versucht wird, Wertsachen durch offene Fenster und nicht verriegelte Türen zu entwenden.
- Nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu Fuß und nicht mit dem Fahrrad unterwegs sein.
- Nutze nur registrierte Taxis, erkennbar am weißen Kennzeichen mit grünem, gelbem oder blauem Längsstreifen, oder lass die Fahrt per App nachvollziehbar werden. Am Flughafen steig nur innerhalb des Terminals ein.
Am Strand und auf Sansibar
- Strandspaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit gelten laut Auswärtigem Amt als gefährlich, ausdrücklich auch auf Sansibar.
- Unbewachte Strände und einsam gelegene Gegenden meide generell.
- Das BMEIA rät, einsame Gegenden und Strände abseits der Hotelanlagen aus Sicherheitsgründen auch tagsüber zu meiden.
Unterwegs auf der Straße
In Tansania gilt Linksverkehr: Gefahren wird auf der linken Straßenseite. Der Straßenzustand ist laut Auswärtigem Amt meist recht gut, in abgelegenen Gegenden aber schlechter, teils mit schweren Schlaglöchern. Auf Schnellstraßen machen ungewohnte und sehr unterschiedliche Fahrstile das Fahren zur Herausforderung.
Schwere Verkehrsunfälle passieren laut Auswärtigem Amt häufig, zuletzt vermehrt auch schwere Busunglücke auf Schnellstraßen.
Auch der Fährverkehr zwischen Daressalam und Sansibar hat eine belastete Bilanz: Laut Auswärtigem Amt ereigneten sich in der Vergangenheit mehrere schwere Fährunglücke mit mehreren hundert Toten, und nicht immer sei von einer ausreichenden Wartung der Fähren auszugehen. Meide augenscheinlich überfüllte oder überladene Fähren und Überfahrten bei Sturm oder Gewitter.
Sicherheit auf Safari
In den Nationalparks gelten klare Regeln. Die Parkbehörde TANAPA verlangt laut ihrem Serengeti Visitor Guide, dass Besucher die Parkregeln einhalten, im Fahrzeug oder in ausgewiesenen Bereichen bleiben, keine Wildtiere füttern und Geschwindigkeitslimits einhalten. Guides müssen zertifiziert sein, Drohnen sind ohne gesonderte Genehmigung untersagt. Außerdem empfiehlt TANAPA, stets mit einem Guide unterwegs zu sein, ausreichend Wasser mitzuführen, den Anweisungen der Ranger zu folgen und nicht allein umherzustreifen.
Wie konkret diese Regeln sind, zeigt die offizielle Broschüre des Mkomazi-Nationalparks: Dort gilt ein Tempolimit von 50 km/h, das Füttern der Tiere ist ebenso verboten wie das unbefugte Verlassen des Fahrzeugs außerhalb erlaubter Bereiche. Die Parkeingänge öffnen um 6:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr.
Diese Regeln senken das Risiko, ein Restrisiko im Umgang mit Wildtieren bleibt. Entscheidend ist, dass du den Anweisungen deines Guides folgst; er kennt das Verhalten der Tiere und die Vorgaben des Parks.
Bei einer Privatsafari mit Wildfinder Safaris fährst du mit eigenem Wagen und eigenem Guide aus dem Team in Arusha, ohne fremde Mitreisende und auf einer eigenen Route. Dein Guide spricht Deutsch und Englisch, er wartet schon am Kilimanjaro Airport auf dich und begleitet dich mit demselben Wagen durch die ganze Reise. Während der Reise ist das Team vor Ort erreichbar. Wie sich das von einer Gruppensafari unterscheidet, erklärt der Beitrag Privatsafari oder Gruppensafari.
Natur und Wetter
Die Regenzeiten fallen laut Auswärtigem Amt im Norden und an der Nordküste überwiegend auf März bis Mai und Oktober bis Dezember, in Süd-, Zentral- und Westtansania auf November bis April beziehungsweise Mai. Während der Regenzeit sind Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche möglich. Straßen und Brücken können vorübergehend unpassierbar werden, auch der Flug- und Fährverkehr kann beeinträchtigt sein. Für Oktober bis Dezember 2026 rechnet das Auswärtige Amt wegen des Wetterphänomens El Niño in Teilen des Landes mit überdurchschnittlichen Niederschlägen. Welche Monate sich für welche Route eignen, steht im Beitrag zur besten Reisezeit für Tansania.
Tansania liegt zudem in einer seismisch aktiven Zone, also einem Gebiet mit erhöhter Erdbebengefahr. Erdbeben und vulkanische Aktivität sind laut Auswärtigem Amt möglich.
Was du zur Gesundheit vor der Abreise wissen solltest, steht im Beitrag zu den Impfungen für Tansania.
Häufige Fragen zur Sicherheit in Tansania
Gibt es eine Reisewarnung für Tansania?
Nein, keine vollständige Reisewarnung. Laut Auswärtigem Amt gilt eine Teilreisewarnung für den südlichen Teil der Region Mtwara an der Grenze zu Mosambik sowie für die Inseln und die Küstenregion südlich von Kisiju (Stand: Oktober 2026).
Ist Sansibar sicher für Touristen?
Weitgehend, aber mit klaren Einschränkungen: Die politische Lage auf Sansibar ist laut Auswärtigem Amt derzeit stabil. Unbewachte Strände gelten als gefährlich, und nach Einbruch der Dunkelheit solltest du auch dort keine Strandspaziergänge machen.
Wo in Tansania ist die Kriminalität am höchsten?
Laut Auswärtigem Amt sind besonders die Touristenhochburgen Arusha, Sansibar, Daressalam und Morogoro betroffen. Häufige Tatorte sind Bahnhöfe, Fähranlegestellen und Busstationen, in Daressalam zunehmend auch die Wohngebiete Oyster Bay und Masaki.
Ist eine Safari in Tansania sicher?
Nicht völlig risikofrei, aber klar geregelt: Die Parkbehörde TANAPA verlangt, dass Besucher im Fahrzeug oder in ausgewiesenen Bereichen bleiben und keine Tiere füttern, und empfiehlt, den Anweisungen der Ranger zu folgen. Bei einer Privatsafari mit Wildfinder Safaris bist du mit eigenem Wagen und eigenem Guide aus dem Team in Arusha unterwegs.
Kann ich in Tansania nachts zu Fuß unterwegs sein?
Nein. Nach Einbruch der Dunkelheit solltest du Spaziergänge und Fahrten mit dem Fahrrad vermeiden, laut Auswärtigem Amt gilt das ausdrücklich auch für Strände auf Sansibar. Nimm stattdessen ein registriertes Taxi, erkennbar am weißen Kennzeichen mit grünem, gelbem oder blauem Längsstreifen.
- Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Tansania
- BMEIA (Österreich): Reiseinformation Tansania
- travelnews.ch: EDA entschärft Reisehinweise für Tansania
- Tanzania National Parks: Serengeti Visitor Guide
- Tanzania National Parks: Parkbroschüre Mkomazi National Park (PDF)
- US-Außenministerium: Reisehinweis für Tansania
- Foreign, Commonwealth & Development Office (Vereinigtes Königreich): Reisehinweise für Tansania
- Spanisches Außenministerium: Reiseempfehlungen für Tansania





